junges dokfest
Das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest, das seit 26 Jahren innovative und aktuelle Entwicklungen im Bereich des dokumentarischen Bewegtbildes zusammenträgt, erweitert in diesem Jahr sein Angebotsspektrum und bietet in Kooperation mit der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) das Projekt „junges dokfest – Dokumentarfilm sehen und verstehen“ an. Erstmals findet ein filmpädagogisches Begleitprogramm sowohl im Vorfeld als auch während des Festivals für Jugendliche statt.
„junges dokfest – Dokumentarfilm sehen und verstehen“ verknüpft eine gezielte Vermittlung von Medienkompetenz mit einer internationalen Filmkultur, die während des Festivals zu Gast in Kassel ist. Somit richtet sich das Programm einerseits an Pädagog/innen, andererseits ist es das Ziel, Jugendliche für den Dokumentarfilm zu begeistern.
„junges dokfest – Dokumentarfilm sehen und verstehen“ ermöglicht die Auseinandersetzung mit Thematiken, Besonderheiten und der ästhetischen Vielfalt des Dokumentarfilms und eröffnet zudem die Möglichkeit mit professionellen Filmemacher/ innen ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus können die teilnehmenden Jugendlichen im Rahmen von Screenings und Workshops ihre Filmkompetenz schulen und unter professioneller Anleitung Kritiken zu ausgewählten Filmen des Festivals erarbeiten. Diese sind sowohl auf Jugendkultur ausgerichtet, verfolgen in Teilen aber auch einen politischen Ansatz. Einerseits werden individuelle Lebenssituationen portraitiert andererseits Globalisierungsprozesse problematisiert und Themen wie deutsche Geschichte, Umweltzerstörung oder Religionszugehörigkeit reflektiert.
Die Vermittlung von Medienkompetenz ist ein „work in progress“, stets verbunden mit der rasanten Verzweigung unseres Mediensystems. Da sich das Kasseler Dokfest als Plattform für mediale Entwicklungen versteht, die inhaltlich kritisch und ästhetisch progressiv ausgerichtet sind, ist dies ein angemessener Ort, an dem sich die Wege von Jugendlichen, Pädagog/innen und Filmprofis kreuzen (können).
Die Vermittlung von Medienkompetenz im Sinne eines präventiven Jugendmedienschutzes ist zudem eine zentrale Aufgabe der LPR Hessen, die eine Vielzahl medienpädagogischer Projekte initiiert und unterstützt; stets unter folgender Prämisse: Die gesetzlichen Jugendschutzregelungen allein können einen wirksamen Jugendmedienschutz nicht gewährleisten. Kinder und Jugendliche brauchen heute die Fähigkeit, sich selbst vor beeinträchtigenden Inhalten zu schützen und im Einzelfall mit diesen umgehen zu können. Dies lernen sie durch die Vermittlung von Medienkompetenz, die den klassischen gesetzlichen Jugendmedienschutz ergänzt.
Das filmpädagogische Begleitprogramm des 26. Kasseler Dokfestes setzt sich aus drei Modulen zusammen und wird von dem Medienpädagogen und Filmwissenschaftler Carsten Siehl geleitet. Durch die Finanzierung der LPR Hessen werden die Module 1 und 2 kostenfrei angeboten.
