The Box
Nika Oblak & Primoz Novak
Monitorplastik, Computer, Kompressor
Ljubljana 2005
Was ist, wenn man in den Spiegel sieht, und das eigene Bild will nicht verschwinden?
Was ist, wenn zwei Männer fröhlich einen Auftritt im Fernsehen haben und sich das Medium als white cube, das Fernsehen als Fernseher entpuppt, aus dem kein Herauskommen mehr ist? Eine solche Fantasie oder Metapher ist nicht mehr lustig, wenn sie Realität wird.
Nika Oblak und Primoz Novak jedenfalls wehren sich in „The Box“ – nicht wütend oder verzweifelt, sondern eher spielerisch-sportlich und mit der absurden Hoffnung von Slapstickhelden. Sie springen an die Decke, werfen sich nach vorne und boxen an die Wände. Doch statt der Wahrnehmung ihrer oder der Öffnung einer Tür geben die Wände nach. Der Fernseher scheint aus Gummi und nicht zu durchbrechen sein.
In endlosen Wiederholungen von Gesten und Aktionen werden die Protagonisten Nika Oblak und Primoz Novak zu Spieluhrfi guren, die sich aufgedreht an den Betrachter wenden, als sei er der Verursacher und könne ihnen helfen. Sie malträtieren „The Box“ in der vergeblichen Hoffnung, das Material könnte nachgeben, das Spiel sie wieder freigeben. Ohne Kontext hampeln sie sich zu Tode – nein, in die digital-pneumatische Endlosigkeit.
Bernhard Balkenhol