Wir sterben
In Detailaufnahmen erkundet die Kamera den Körper einer alten Frau: intime Schwarz-Weiß-Bilder, die mit ruhiger Musik unterlegt sind.
„Jetzt ist es meine Großmutter (Ingeborg Marschner), die sich auf ihren Abschied vorbereitet, doch eigentlich sind ihr Leben und ihr Tod von meinem kaum zu trennen“, schreibt Josephine Links – Enkelin, Protagonistin und Regisseurin. Oma und Enkelin geben ihre innersten Gedanken und Gefühle preis: Ein ergreifender Dialog über den Tod und das Leben, die Seele und das Körperliche; auch über Sexualität. Diese Vertrautheit zwischen den beiden Frauen findet ihre Entsprechung auf der filmischen Ebene, bezieht den Zuschauer mit ein. WIR STERBEN ist mehr als eine ästhetische Annäherung an das Unbekannte, an die Spuren der Zeit und den bevorstehenden Abschied. Vielmehr ein mutiger Film, der in keinem Moment dem Voyeurismus verfällt oder eine Intimsphäre verletzt, sondern das Innenleben seiner Protagonistinnen auslotet und den Zuschauer mit existenziellen Fragen konfrontiert.
Deutschland 2011 / 16 Min. / deutsch / keine UT
Regie: Josephine Links
NOMINIERUNG: A38
