Auf den zweiten Blick
Freitag 11.11.2011 / 20:00 h / BALi Kinos
Die Bilder vom Leben werden auf den zweiten Blick immer neu befragt. Dieser Blick in die Vergangenheit fasst zusammen, wie es war und wie es aussah und bildet oft die Essenz von dem, was wirklich geschah. Eine Revision mit Dichte, denn Bilder halten mehr fest, als wir in der nahen Vergangenheit wahrnehmen. Erst die Distanz schafft eine erweiternde Dimension, die Geschichte intensiver erfahrbar macht. Das können die eigenen Geschichten oder die anderer sein. In einer gelungenen Form bieten sie jedem etwas an, analytisch, emotional oder sentimental.
Entschuldigung, wenn ichs zweimal gefilmt habe
„Am 10.10.1993 filmte mein Bruder unser Familienhaus und die nähere Umgebung. Siebzehn Jahre später mache ich mich mit der Kamera auf seine Spuren und stelle seinen Bild- und Tonaufnahmen eigenes Material gegenüber.“ (Rasso Hilber)
Die Frau des Fotografen
Gerti Gerbert wurde von ihrem Mann Eugen über mehr als vierzig Jahre hinweg fotografiert. Von ihrer Heirat bis zu Eugens Tod entstanden neben den obligatorischen Familienfotografien zahllose Bilder von Gerti in Unterwäsche, in selbstgenähten Sommerkleidern oder gänzlich nackt, am Strand, im Wald, im Auto oder zu Hause auf dem Fußboden. Anhand des Bildarchivs der Gerberts, Gesprächen mit Gerti und Aufzeichnungen von Eugen umkreist der Film die Frage, was am Ende bleibt vom Leben und der Liebe.
Traces of an Elephant
TRACES OF AN ELEPHANT umkreist anhand einer Reihe von Interviews unterschiedliche Erinnerungen an Alan Clarkes kontroversen Film „Elephant" (Belfast, 1989). Neben ihren persönlichen Sichtweisen auf den Film beschreiben die Befragten Veränderungen urbaner Räume der Stadt Belfast innerhalb der letzten zwanzig Jahre. Dokumentarische Annäherung und die Intensität von Alan Clarkes Film verdichten sich.
Omokage
Ein verstorbener Großvater hinterlässt Bilder aus der Kindheit und führt die Enkelin an Orte der Vergangenheit.
Postface
POSTFACE wirft einen Blick zurück auf die Filmografie von Montgomery Clift, dessen Privatleben und Karriere sich nach einem Autounfall 1956 kontinuierlich wie eine Spirale nach unten drehte. Sein Gesicht blieb danach entstellt und teilweise gelähmt und er wurde zu einem Schauspieler ohne Gesicht.
In Reaktion auf eine Kultur, in der Berühmtheiten einen hohen Stellenwert besitzen, nutzt der Filmemacher analoge Mittel, um den Absturz eines Stars und das Älterwerden darzustellen.