Die Welt des Nichtfassbaren
Freitag 11.11.2011 / 00:00 h / BALi Kinos
Unser tägliches Leben ist davon bestimmt, dass wir versuchen, unsere Umwelt und unsere Erfahrungen rational zu erfassen und zu kategorisieren. Aber was, wenn es noch eine nichtalltägliche Wirklichkeit gibt, mit Erscheinungen oder Zuständen, die sich jeglicher Erklärung entziehen? Ein Programm zur Geisterstunde mit acht Filmen über unwirkliche Orte, unerklärliche Phänomene, die Kraft der Träume, die Welt der Geister, Synästhesie und paranormale Erfahrungen.
Utz Ess und etwas von dem er noch nicht weiß was es ist
Ein Film über das, was sich nicht sagen lässt. Der Filmemacher begleitet Utz Ess bei den Vorbereitungen und der Ausführung einiger seiner Experimente. Darin geht es um das, worüber man zwar reden, aber was man nicht erklären kann und um das Denken selbst. Utz Ess versucht auf humorvolle Weise, die Grenzen des sprachlich rationalen zu überwinden und dem „zusätzlichen Bewusstsein rechts oberhalb vom normalen Bewusstsein“ ein kleines Stück näher zu kommen. Dem Zustand, der da ist, wenn „man aufhört sich einzubilden, dass man die richtigen Worte gefunden hat“ und nicht mehr meint, etwas zu wissen. Und wenn es richtig ernst wird, dann muss man lachen.
The Encounter
In einem kleinen Raum sitzt ein junges Mädchen an einem Tisch. Sie starrt konzentriert auf fünf halbgefüllte Wassergläser. Als eine sphärische Musik erklingt, wird sie in einen tranceartigen Zustand versetzt. Plötzlich scheint sich eines der Gläser zu bewegen…
Amohr
Eine schwarzgekleidete Gestalt tanzt einsam auf einer felsigen Insel über den weißen Schnee. Elfengleich, unwirklich, ein vom Wind getriebenes Fabelwesen mit Engelsflügeln. AMOHR zieht den Betrachter in ein surrealistisches Universum von eindringlicher, rätselhafter Schönheit. Der Film wurde auf 8mm-Material auf den Färöer Inseln gedreht.
Tak to jest
In einem abgelegenen polnischen Dorf gibt es einen See, eine staubige Straße, zerfallene Gebäude einer staatlichen Einrichtung, rund 20 Familien - und viele Geister. Die Alten erzählen Geschichten über sie, während die Jungen sich einen Spaß daraus machen, sie direkt herbeizurufen. Für alle dort scheinen Geister ein selbstverständlicher Teil des alltäglichen Lebens zu sein. Als seien die Sinne hier, in der Einöde, offener für andere Dimensionen.
To make a Prairie
Jeder Schritt eine Blume. Die Tochter des Filmemachers scheint übernatürliche Kräfte zu besitzen: Fugzeuge fliegen rückwärts, Wasser fließt gegen den Strom und sie gebietet über den Wind. Inspiriert von einem Gedicht von Emily Dickinson.
Un luogo a venire
Ein Mann mit zwei Hunden durchquert eine Landschaft. Eine Person läuft einen Bergrücken entlang und hält inne, um den Himmel zu betrachten. Die Landschaft entzieht und enthüllt sich dem Blick im Wechsel durch vorbeiziehende geisterhafte Nebelschwaden. Eine Stimme erzählt aus dem Off, was im nächsten Moment der Klarheit zu sehen sein wird. UN LUOGO A VENIRE spielt mit der Diskrepanz zwischen der reinen Beschreibung einer Szenerie und deren direkter Wahrnehmung und verweist so auf die mögliche Existenz anderer Wirklichkeiten neben jener der tatsächlichen Realität.
L'Internationale
L'INTERNATIONALE führt uns in eine fast menschenleere futuristische Landschaft mit dampfenden Erdlöchern, unterirdischen leeren Straßen, Felsen und fremdartigen Gebäuden. Eine Reise in eine nicht zuzuordnende Welt zwischen Science Fiction und Realität.
I remember my dreams by the colour they are…
Alles ist bunt. Wie die Farben in Kirchen, die Rot- und Grün, Blau- und Orangetöne, Farben die zu einem verwischten Muster verschmelzen. In einer Collage aus Familienfotos, alten Diaprojektionen und zur Musik der Komponistin Delia Derbyshire erweckt der Film die Kraft der Träume, die Macht der Farben und der Erinnerung.