Empire of Dust
Freitag 11.11.2011 / 12:45 h / Filmladen
Empire of Dust
Regie: Bram Van Paesschen
Produktion: Bar van Langendonck
Kamera: Emmanuel Gras
Goldener Schlüssel
Belgien, / 01:21:00 / mandarin, französisch, suahili / englische UT
Eine Sonderform des Culture Clash: Chinesische Arbeitsmoral trifft auf kongolesische Lebensart. In der Provinz Katanga will eine chinesische Firma ein riesiges Straßenerneuerungsprojekt umsetzen - und bringt dazu ihre eigenen Arbeitskräfte mit. Doch was, wenn der LKW-Fahrer nicht pünktlich auftaucht, der Wagen nicht ordnungsgemäß mit Kies befüllt wird und auch sonst nichts nach chinesischem Plan läuft? Vermittler zwischen den einheimischen Arbeitskräften und dem chinesischen Bauprojektleiter ist Eddy, ein fließend Mandarin sprechender Kongolese.
In dem nahe der Provinzstadt Kolwezi errichteten Camp und darüber hinaus ergeben sich teils wahnwitzige Situationen, wenn z.B. der für die Logistik zuständige Loa Yang nach einer endlosen Diskussion nachmessen möchte, ob die maximale Befüllmenge des Lasters wirklich erreicht ist, und feststellen muss, dass sein Zollstock („Made in China“, so der ironische Kommentar) dafür leider ungeeignet ist. Zusätzliches Reibungspotenzial bieten die vereinzelt mitwirkenden Kenianer, die sich wiederum von ihren kongolesischen Kollegen einen Mangel an Integrationsfähigkeit vorwerfen lassen müssen.
Eine Meta-Ebene erhält der Film über die Beobachtung der Interaktion der Arbeiter hinaus durch regelmäßige Kommentare eines Radiomoderators. Dieser analysiert das Geschehen sehr unterhaltsam aus der Distanz und reflektiert die kulturellen Differenzen, wenn z.B. die Chinesen ungeachtet eines lokalen Feiertags einfach weiterarbeiten. Eine spannungsgeladene Auseinandersetzung der Kulturen, bei der sich im Laufe der Zeit die Protagonisten doch zusehends annähern. Formal hervorzuheben sind die schönen Einstellungen und die Musik, die angenehm fern jeder afrikanischen Folklore ist.