Kunst trifft Arbeit
Freitag 11.11.2011 / 15:15 h / BALi Kinos
Kunst, das Ergebnis eines kreativen Prozesses und Arbeit, das Handeln zum Zweck der Existenzsicherung, scheinen erstmal wenig miteinander gemein zu haben. Die sieben Filme dieses Programms setzen sich künstlerisch mit dem Phänomen der Erwerbstätigkeit auseinander. Das Programm thematisiert die Technisierung von Arbeit, die Kommerzialisierung von Kunst und die Ästhetik von Arbeitsabläufen. Wir sehen die Umwandlung von Arbeitsorten in Kunstorte und Kunstfiguren in Arbeitnehmer und es wird die Arbeit enthüllt, die hinter der Kunst steht.
Transformance
Über fünf Monate lang hat die Videokünstlerin Nina Kurtela täglich den Prozess des Umbaus einer Busreparatur-Werkstatt in einen Theaterraum für zeitgenössischen Tanz, den Uferstudios in Berlin, dokumentiert. Die Arbeit fungiert als Fallbeispiel für eine radikale Umwandlung von sozialen Strukturen und die Entstehung von neuen funktionsfähigen Modellen für Kunstinstitutionen. Die Kamera agiert als Zeuge der Transformation, welche durch die scheinbar unverrückbare körperliche Präsenz der Künstlerin im Raum noch zusätzlich verdeutlicht wird.
evviva-futurista - hoch lebe der futurist
Wir fühlen wie Maschinen, wir fühlen uns aus Stahl erbaut, auch wir Maschinen, auch wir mechanisiert““. Eine filmische Reflexion über die Interaktion zwischen Mensch und Maschine in der gegenwärtigen Arbeitswelt. Inwieweit wird der Mensch in der zunehmenden Hochtechnisierung von Arbeitsprozessen selbst zur Maschine oder sogar irgendwann vollständig ersetzbar? Oder gibt es doch immer noch mindestens einen, der über der Maschine steht? Inspiriert durch das futuristische Manifest „Die mechanische Kunst“ aus dem Jahr 1922.
Schnittarbeit
Schneiden, schneiden, arbeiten und bewegen. Eine Frau tanzt Arbeitsabläufe in einer Näherei. Mehrschichtige Humanprozesse, wahr- und aufgenommen in einer Textilfabrik in Heredia, Costa Rica.
Zwei lange Jahre als Wirt in sieben kurzen Szenen
Anfang 2007 wurde der Filmemacher ohne gastronomische Vorkenntnisse Betreiber eines Dorfhotels im Bergischen Land. Aus einem kurzen Einspringen wurden zwei Jahre als Wirt. Der Film dokumentiert in sieben Szenen humorvoll die Gratwanderung zwischen einem kreativen Meistern dieser Aufgabe und einer immer im Hintergrund präsenten Überforderung damit.
Improvement
IMPROVEMENT dokumentiert eine Kunstaktion in Prag, in der Obdachlose durch Visagist/innen, Kostümbildner/innen und Friseur/innen die normalerweise in der Filmindustrie arbeiten, vor laufender Kamera in Klischeebilder von „Normalbürgern“ verwandelt werden. Der Film zeigt alle Vorgänge hinter den Kulissen, inklusive der wartenden Akteure, der Scheinwerfer, dem Arbeitsmaterial und der Arbeitstische der Friseure und Visagist/innen und thematisiert so die Arbeitsprozesse der Scheinwelt Film.
Rancho Texas - Charles Bronson vs. Robert Kovacs
Er ist am Leben, er arbeitet hart. Und er ist bereit für den letzten Showdown… Eine staubige Ranch in der sengenden Sonne. Charles Bronson setzt seinen Stetson auf und geht hinaus, um die Pferde zu füttern. Ja, das ist definitiv der richtige Mann am richtigen Ort. Aber irgendetwas stimmt hier nicht ganz. Wo ist sein Gegner? Und ist das wirklich der gesetzestreue Ordnungshüter den wir aus den klassischen Charles Bronson Filmen kennen? Aber, das ist nicht Hollywood, sondern die harte Realität von RANCHO TEXAS - CHARLES BRONSON VS. ROBERT KOVACS. Und dazu gehört es auch, Essen auszuteilen.
Cleaning Up The Studio
Auf Einladung des Nam June Paik Art Centers reist Christian Jankowski nach Korea. Dort steht das Studio von Nam June Paik, dass nach seinem Tod von New York nach Seoul verschifft, und im Herzen des National Museum of Korea originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Jankowski beschließt, das Chaos aufzuräumen. Er beauftragt die professionelle Reinigungsfirma „Beautiful Cleaning“, die gründlich und gewissenhaft in fünf Stunden Ordnung schafft. Eine visuelle Reflektion über die Macht, die Ikonisierung und die Grenzen von Kunst.