Rot sind die Füchse
Freitag 11.11.2011 / 17:15 h / Filmladen
Rot sind die Füchse
Regie: Jan Stefan Kolbe
Produktion: Konstanze Burkard
Kamera: Melanie Brugger
Weltpremiere
Deutschland, / 01:31:32 / deutsch / englische UT
Sie sollten den revolutionären Traum ihrer intellektuellen Eltern Wirklichkeit werden lassen und Arbeiter in einer Fabrik werden. Dort, in Deutschlands Großbetrieben, sahen sie den Schlüssel zu einer gerechteren Gesellschaft. Dabei waren ihre Karrierevoraussetzungen ideal, als Kinder von Ärzten, Lehrern oder Rechtsanwälten. Doch ihre Eltern, überzeugte Kommunisten der 68er Generation, sahen sie lieber als Stahlarbeiter, Werkzeugmacher oder Industrieelektroniker. Das entsprechende politische Bewusstsein wurde von klein auf geschult: Anne, Peter und Gabi waren als Kinder „Rotfüchse“. Kommunistische Sommerlager, aufgeheizte Demos und Gruppentreffen gehörten zu den festen Ritualen des Alltags.Der Regisseur Jan Kolbe hat Anne, Peter und Gabi, jetzt alle Anfang 30, zwei Jahre lang in ihrem beruflichen und privaten Alltag begleitet. Wie gehen diese drei Menschen mit dem ideologischen Ballst um, der ihnen mit auf den Weg gegeben wurde?
Gabi machte aus ihrem Ziel der Diktatur des Proletariats schon während ihrer Ausbildung in einer Solinger Firma kein Geheimnis. Als Folge dessen wurde ihr kompletter Ausbildungsjahrgang nicht übernommen. Peter jobbt als LKW-Fahrer und wäre mittlerweile lieber Künstler als Proletarier. Seine Familie kann das nicht nachvollziehen, denn Selbstverwirklichung und Künstlertum sind ihnen suspekt. Anne geht ihren Weg bis heute konsequent weiter. Seit zehn Jahren arbeitet sie als Schlosserin in einem Stahlwerk und wurde vor fünf Jahren zur Betriebsrätin gewählt.
Kämpfen sie immer noch für die bewaffnete Revolution, in einer Zeit, in der der Kommunismus weithin als gescheitert gilt?Die Kindergruppe, der die drei angehörten, gibt es noch heute. Jährlich organisiert die MLPD mehrere Sommerlager, in denen „Rotfüchse“ und angeworbenen Kinder ihre Ferien verbringen können. Auf der straff organisierten Tagesordnung stehen Aktivitäten wie Völkerball, Ausbildung zum Gruppenleiter und Vorträge über bewaffneten Widerstand.
Tussilago
Regie: Jonas Odell
Schweden, / 00:13:42 / schwedisch / englische UT
Am 31. März 1977 wird in Stockholm der deutsche Terrorist Norbert Kröcher verhaftet. Er galt als der Kopf einer Gruppe, die die schwedische Politikerin Anna-Greta Leijon entführen wollte. An den darauffolgenden Tagen wurden mehrere Verdächtige festgenommen. Zu ihnen gehörte Kröchers ehemalige Freundin „A“. Der Film erzählt ihre Geschichte…