The Substance - Albert Hofmann's LSD
Freitag 11.11.2011 / 23:30 h / Filmladen
The Substance - Albert Hofmann's LSD
Regie: Martin Witz
Produktion: Andres Pfaeffli, Elda Guidinetti
Kamera: Pio Corradi, Patrick Lindenmaier
Schweiz, / 01:29:00 / englisch / none
Der Chemiker Albert Hofmann stößt im Frühjahr 1943 in seinem Basler Forschungslabor per Zufall auf eine bisher unbekannte Substanz. Nach einem gewagten Selbstversuch begreift er schnell, dass er es mit einem extrem potenten Wirkstoff zu tun hat – ein Molekül, das die menschliche Wahrnehmung radikal verändert. Was er nicht ahnen kann, sein LSD wird die Welt verändern.
In den 50er Jahren beginnen Psychiater, die neuartige Substanz als Medikament einzusetzen. Als Werkzeug, um die Funktionsweise der menschlichen Psyche zu entschlüsseln. Wenige Jahre später wird diese Substanz eine Weltkarriere antreten: als bewusstseinserweiternde Droge in der Hippiekultur ebenso wie in den Geheimdiensten, während sie als „friedliche Kampfmunition" für Armeen erwogen wird und in der Psychiatrie als Katalysator bei psychotherapeutischen Prozessen helfen soll. In dieser Funktion wurde sie übrigens 1948 in der psychiatrischen Klinik Burghölzli in Zürich angewendet, um Modell-Psychosen auszulösen – und man ging dabei unzimperlich vor, indem man die noch nicht genug erforschte Wirkung der Substanz gleich direkt an den Patienten ausprobierte.
Als die „Atombombe des Geistes" Anfang der 60er Jahre aus den Kliniken entweicht, geht es erst richtig los: LSD scheint wie geschaffen für die Aussteiger der Wohlstandsgesellschaft. Ein früher „Clash of Civilizations". Mit dem Beginn der 70er Jahre landet die unberechenbare Substanz auf der schwarzen Liste.
Heute werden psychedelische Substanzen erstmals wieder legal eingesetzt. Wird LSD in Zukunft vielleicht doch zu dem Heilmittel, als das es Albert Hofmann immer gesehen hat? THE SUBSTANCE erzählt der Geschichte der „Substance“ und befasst sich mit der Wirkungsgeschichte des Lysergsäurediäthylamids – besser bekannt als LSD –, eines Schweizer Exportartikels der etwas anderen Art. „Etwas von dieser Erfahrung soll auch der Film vermitteln, zumindest eine Ahnung davon, gespiegelt in unzähligen historischen Experimenten – schrägen und ernst gemeinten, exzessiven, hoffnungsvollen, oft farbenfrohen“, so Regisseur Martin Witz. „Viele empfanden die Droge als befreiend, viele aber auch als beängstigend – verharmlosen darf man das nicht“. Wer indes LSD als Phänomen der Vergangenheit betrachtet, wird in THE SUBSTANCE eines Besseren belehrt: Seine Wirkungsgeschichte ist noch keinesfalls beendet.