Die Jungs vom Bahnhof Zoo
Mittwoch 9.11.2011 / 21:45 h / Filmladen
Die Jungs vom Bahnhof Zoo
Regie: Rosa von Praunheim
Produktion: Rosa von Praunheim
Kamera: Nicolai Zörn, Lorenz Haarmann, Jens Pätzold, Dennis Pauls, Thomas Ladenburger
Deutschland, / 01:23:00 / deutsch / none
In DIE JUNGS VOM BAHNHOF ZOO werden spannende und authentische Lebensgeschichten von Strichern zusammengeführt, um das Phänomen „Männliche Prostitution“ losgelöst von Klischees zu verdeutlichen.
Im Mittelpunkt des Films stehen fünf Stricher, drei von ihnen sind Roma. Ionel begleitet die Kamera in sein Heimatdorf nach Rumänien, um zu zeigen, aus welchen Armutsverhältnissen Jungen wie er kommen. Nazif ist ein ehemaliger Bürgerkriegsflüchtling aus Bosnien, der als Kind nach Deutschland kam und schon als junger Stricher am Bahnhof Zoo harte Drogen konsumierte. Der junge Rumäne Romica hat eine Familie gegründet, deren Existenzgrundlage lange die Prostitution war.
Unter den Prostituierten gibt es auch minderjährige Jungen, die früh von Pädosexuellen missbraucht wurden und später in die Stricherszene geraten sind. Daniel-René ist einer von ihnen. Als junger Erwachsener leidet er noch heute massiv an den Folgen seiner traumatischen Erfahrungen. Sowohl Täter als auch Opfer erzählen von ihren Sehnsüchten, Ängsten und tiefen Verletzungen.
Am Beispiel von Daniel, der mit 16 seine „Stricherkarriere“ am Bahnhof Zoo in Berlin begann, wird sehr deutlich, welche sozialen Umstände einen Einstieg in die Stricherszene begünstigen.
Auch Straßensozialarbeiter, Wirte von Stricherkneipen und Freier, wie der österreichische Schauspieler und Regisseur Peter Kern kommen, in dem Dokumentarfilm zu Wort.
Der Film begleitet die jungen Männer bei ihrer Arbeit in den Stricherbars, Pornokinos oder auf der Straße und zeigt ihren starken Überlebenswillen. Er begleitet sie auf ihrer unglaublichen Reise von ihren ärmlichen Heimatdörfern bis hin in die Großstadt Berlin. DIE JUNGS VOM BAHNHOF ZOO zeigt Lebensgeschichten von Strichern und Callboys an authentischen Orten.