American Passages
Sonntag 13.11.2011 / 14:30 h / Gloria Kino
© Ruth Beckermann Filmproduktion
American Passages
Regie: Ruth Beckermann
Produktion: Ursula Wolschlager
Kamera: Antoine Parouty, Lisa Rinzle
Österreich, / 02:00:00 / englisch, deutsch / englische UT
Zu Beginn des Films ein Moment des Glücks. „We’re free!“ jubelt ein Afroamerikaner in Harlem, als hätte erst die Wahl Barack Obamas zum Präsidenten hunderte Jahre Sklaverei endgültig beendet. AMERICAN PASSAGES führt in einer assoziativen Reise durch die USA: von desillusionierten Irak-Veteranen über homosexuelle Adoptivväter, schwarze Richterinnen, weiße Partylöwen bis zu einem Zuhälter am Spieltisch eines Casinos in Las Vegas. Entstanden ist ein episches Panorama Amerikas.
Der Film ist auf mehreren Recherchereisen durch elf US-Bundesstaaten entstanden. „Es ging mir darum, keine speziellen Orte als Orte zu zeigen, ich filmte an Nicht-Orten, die in ganz Amerika gleich sind: Autobahnen, Diners, Garagen etc., als Funktionsorte“, so die Regisseurin Ruth Beckermann. „An diesen ‚Orten des Ortlosen‘ spielt sich das moderne Leben ab. Ich habe Passagen durch Amerika gelegt, um Szenen einer Vielfalt zu montieren, die eine Collage – ein fragmentarisches Bild ergeben sollten. (...) Der konkrete Auslöser für den Film waren der Wahlkampf Obamas und die Finanzkrise. Dieser Doppelschock gab mir das Gefühl, dass nun der richtige Moment sei, auf den es im Dokumentarfilm so stark ankommt. AMERICAN PASSAGES zeigt nicht das Tagesgeschehen der letzten beiden Jahre, doch man spürt die spezielle Stimmung dieser Zeit: Da gibt es eine gewisse Melancholie, ein Umdenken oder ein Weitermachen wie vorher. Vieles ist offen. (...) Der Film funktioniert wie eine Projektionsfläche voller kleiner Denk- und Fühlanstöße, welche die Zuseher mit allen Szenen aus US-Filmen und Serien ergänzen können, die sie im Kopf haben. Es gibt sie wirklich, die Sheriffs mit einem kleinen Revolver als Krawattennadel. Es gibt sie wirklich, diese allumfassende Naivität.“