Fremd
Sonntag 13.11.2011 / 15:00 h / Filmladen
Fremd
Regie: Miriam Faßbender
Produktion: Max Milhahn
Kamera: Miriam Faßbender
A38-Produktions-Stipendium
Deutschland, / 01:32:00 / französisch, bambra / deutsche UT
Nach seinem zweiten gescheiterten Versuch nach Europa zu gelangen, befindet sich der junge Malier Mohamed in Gao, im Norden Malis. Gao ist ein Knotenpunkt für Flüchtlinge aus Zentral- und Westafrika und meist die erste Station auf einer der ältesten Migrationsrouten der Welt über Algerien und Marokko nach Europa. Hier versucht Mohamed, neue Kraft zu tanken und das nötige Geld für seinen nächsten Versuch zu verdienen.
Eigentlich wollte Mohamed als Reisbauer in seinem Heimatland Mali arbeiten. Doch nach dem Tod seines Vaters nimmt seine Mutter ihn aus der Schule und verkauft die einzigen Rinder der Familie, um Mohamed als ältesten Sohn auf den Weg nach Europa zu schicken.
In Algerien, an der Grenze zu Marokko, trifft Mohamed auf Jerry aus Kamerun. Jerry will Musiker werden und hat die Perspektivlosigkeit in seinem Heimatland nicht mehr ausgehalten. Seit seinem Aufbruch sind drei Jahre vergangen. Bei dem Versuch um den Grenzzaun von Melilla zu schwimmen ist er vom marokkanischen Militär aufgegriffen und hier in der Wüste ausgesetzt worden. Auch er wartet auf eine neue Chance.
Für den Dokumentarfilm FREMD hat die Regisseurin Miriam Faßbender Mohamed und Jerry über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren auf ihrer Reise an die Grenzen Europas begleitet. Eine Reise, die geprägt ist von Hetze und Stillstand, Hoffnung und Resignation und die ihre Entschlossenheit immer wieder auf die Probe stellt. Durch die besondere Nähe zu den Protagonisten gibt der Film einen emotionalen Einblick in die Lebensumstände und den Alltag der beiden Migranten, die stellvertretend für die vielen Millionen Flüchtlinge stehen, die jedes Jahr in der Hoffnung auf ein besseres Leben ihr Land verlassen.