Selbstthematisierung von (Video)Kunst
Sonntag 13.11.2011 / 14:00 h / BALi Kinos
In diesem Programm mit elf Filmen thematisieren Künstler auf unterschiedlichste Weise Fragen künstlerischer Produktionsbedingungen, künstlerischen Selbstverständnisses, Fragen der Medienentwicklung sowie der Erwartungen an Künstler. Die Reflexion über Kunst und Künstler, Produktion und Distribution wird so nicht den Theoretikern allein überlassen, sondern direkt in die Arbeit involviert. Das Spektrum reicht von Fragen zur De- und Rematerialisierung bis zu solchen hypnotischer Interpassivität, von Künstlermythen der Identität bis zu ihrer clownesken Relativierung.
Tula Leemes
In einem Interview erklärt die aus den Philippinen stammende Künstlerin Tula Leemes ihre Beweggründe für den Bau riesiger Giraffen.
Gas Avalon
Unter einer interaktiven Oberfläche treffen wir auf die Welt von Gas Avalon, in der andere Gesetze gelten. Kugeln dienen als Fortbewegungsmittel, Kunstrichtungen beschreiben Bilder einer Ortlosigkeit. Mensch und Kunst transzendieren im Kraftwerk zu Dampf. Als vernunftbegabte Seelenatome kehren wir in die Wirklichkeit zurück. Alle Kunst ist Gas.
Aura Dies Hard (Or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Copy)
Ausgehend von dem Besuch einer Ausstellung reflektiert Nate Harrison die Auffassung von Video als immaterieller Kunstform und setzt dieser eine „materielle“ Erzählung entgegen, nach der Rituale der Vervielfältigung, Konservierung und Distribution von Videokunst zu einer „Auratisierung“ des Mediums geführt haben – um die Formulierung des Künstlers zu benutzen: „Aura Dies Hard“.
Your Highness
Selbstbild oder Fremdbild: Je nach Sichtweise des Betrachters posiert ein Mann auf einer grünen Wiese zwischen "königlicher" oder lächerlicher Anmutung.
VERTICAL DISTRACTION
Der Filmemacher und Performer Dennis Feser nimmt für VERTICAL DISTRACTION den Stadtkörper Frankfurts und seine Skyline als Ausgangspunkt. Feser beschäftigt sich mit Architektur und ihren Rückwirkungen auf den eigenen Körper und betrachtet die Stadtlandschaft als Ausformung eines menschlichen Organismus.
ML
Es wurden alle Bilder von den Wänden des Louvre gelöscht. Eines der berühmtesten Gemälde der Welt, die "Mona Lisa", ist nur sichtbar auf den LCD-Displays der Touristenkameras.
Artur
ARTUR dokumentiert einen der größten und mittlerweile in Vergessenheit geratenen Persönlichkeiten des portugiesischen Kinos - Artur Ramadas. Der Film erforscht das Leben und filmische Schaffen eines außergewöhnlichen Mannes, der „immer auf Kriegsfuß mit der Welt, mit Gott oder jemand anderem stand“.
Wandteller des Hungers
Der einzige Bildersänger der Welt singt den WANDTELLER DES HUNGERS und bietet gleichzeitig das Seminar „Vom Künstler zum Hobby-Künstler“ an.
The (easy) Guide to Becoming a Famous Artist
Dies ist die ultimative Anleitung, wie man ein berühmter Künstler wird. Das kann doch nicht so schwer sein, oder?!
Video Sculptures
Angekündigt als eine „Dokumentation von Skulpturen kreiert von Brad Tinmouth im frühen Jahr 2000“, macht sich VIDEO SCULPTURES lustig über das generell trockene Geschäft des Dokumentierens und späteren Re-präsentierens von Kunst. Da ihm sowohl Kenntnisse als auch Geld fehlen, um „echte“ Skultpuren von Hand zu kreieren, arbeitet Tinmouth mit digitalen Skulpturen, die er in ein reales Umfeld projiziert. Nicht ganz „echt“ also, ob nun subtil oder explizit ausgeführt. Das Ergebnis: Ein Videodokument seiner Arbeit, eine Erkundung der Schnittfläche von Virtuellem und Realen.
La Jeunesse
LA JEUNESSE dokumentiert die Entführung der „Jugend“. In den unterirdischen Hallen des geschichtsträchtigen Pariser Theaters „Chaillot“ steht die Statue „La Jeunesse“. In Vergessenheit geraten und keines Blickes gewürdigt, wartet sie auf ihre Entführung, die sie ans Tageslicht und damit in die Öffentlichkeit bringt.