Do, 10.11. / 21:45
Beijing Bubbles Rock und Punk in Chinas Hauptstadt
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BEIJING BUBBLES gibt aber nicht nur tiefen Einblick in die Punkszene Chinas, sondern zeigt den Alltag in der Metropole des momentan wohl den stärksten Umwälzungen ausgesetzten Landes. Zu sehen sind die Musiker, die sich gerade außerhalb dieser sich rasant verändernden Gesellschaft bewegen, und auf der anderen Seite ihre Umgebung, deren Teil sie nicht sind: Einkaufstempel, Karaokebars, ein Park, in dem man Revolutionslieder singt, der Platz des Himmlischen Friedens. Zutage tritt die Abgrenzungshaltung der Protagonisten, die sich äußert in Aussagen wie Es bringt nichts, hart zu arbeiten, Wir wollen kein Teil dieser Gesellschaft sein oder Ich habe mich zurückgezogen. Diese alternativen Lebensentwürfe gelten als Motto für die tagebuchähnlich strukturierten Abschnitte des Films.
Ein Film über das Anderssein in einem Land, das sich schneller entwickelt als alle anderen auf der Welt, in dem heute jeder auf Sozialaufstieg und Wohlstand fixiert zu sein scheint. Heraus kristallisiert sich das China der Gegenwart, auf das die Protagonisten mit ihren alternativen Lebensentwürfen reagieren, ohne dabei politisch motiviert oder Teil einer rebellischen Jugendbewegung zu sein.
Das Team um Susanne Messmer und George Lindt fand seine Protagonisten nach dem Dominoprinzip: Die Verabredung mit der ersten Band führte zum Konzert, wo man dann die Mitglieder der zweiten Band traf usw. Zugute kam den Filmemachern, wenn es darum ging, das Vertrauen der jungen Chinesen zu gewinnen, sicherlich auch, dass sie sich seit Jahren selber in den Subkulturen der Berliner Musik- und Kunstszene bewegen. Die Leidenschaft und der Humor dieser Musiker erinnerte uns an Zeiten, als Punk in Europa noch das große Ding war. Wir sind mit Punk groß geworden, wir haben erlebt, wie Punk zur leeren Mode wurde und waren gerührt, dass sein seltsamer Pathos, sein heiliger Ernst und seine lieben alten Attitüden für uns hier wieder eine Daseinsberechtigung bekamen.
Beijing Bubbles Rock und Punk in Chinas Hauptstadt
China/Deutschland 2004/2005
Regie/Buch: Susanne Messmer, George Lindt
Kamera: George Lindt, Lucian Busse
Schnitt: Lucian Busse
Ton: George Lindt, Lucian Busse
Musik: New Pants, Hang On The Box, T9, Sha Zi, Joyside
Farbe / 82 Min.
Chinesisch/Englisch mit deutschen Untertiteln
Europapremiere
www.beijing-bubbles.com
NOMINIERUNG: GOLDENER SCHLÜSSEL
Five young bands in Peking. As different as they may be in their manner, age and music, these bands all share a fervent rejection of contemporary Chinese society, which is currently developing faster than any other in the world.

