Do, 10.11. / 00:00
Créateur dAutomobiles
Der Titel des Programms ist der Werbung eines weiteren französischen Automobilbauers entlehnt doch Nichts bewegt Sie wie ein Citroën. War die Ente (2CV) zunächst als robuster Alltagswagen konzipiert, der einen Bauern zuverlässig mit einem Sack Kartoffeln und einem Korb Eiern über schlechte Feldwege zum nächsten Markt transportieren sollte, so begann mit dem Erscheinen der DS ein neues Zeitalter. Nach Roland Barth markiert die Göttin einen Wendepunkt in der Mythologie des Automobils. Dass beide Fahrzeuge auch noch heute einen starken Nutzen entwickeln können, demonstrieren die beiden Videos des Programms. Auf die jeweiligen Bedürfnisse hin modifiziert kann eine Citroën Dyane (eine Weiterentwicklung der Ente) das Überleben am Rande der Gesellschaft sichern helfen, während eine DS komplett auf Holzbetrieb umgestellt es ermöglicht, Landschaft und Leute abseits asphaltierter Straßen zu entdecken.The title of the programme is borrowed from the advertising of another French automaker, but Nothing moves you like a Citroën. While the so-called Duck (the 2CV) was at first conceived as a robust everyday automobile that would allow a farmer to transport a sack of potatoes and a basket of eggs reliably to market over a rough country lane, the appearance of the DS marked the beginning of a new era. Following Roland Barth, the Goddess marked a turning point in the mythology of the automobile. The fact that both vehicles have been able to develop and retain distinctive uses is shown by the two videos of this programme. Modified for the relevant requirements, a Citroën Dyane (a successor to the Duck) can assist with survival on the edge of society, while a DS completely reengineered to operate on wood power makes it possible to discover landscapes and peoples far away from paved streets.
Pretty Dyana (Lijepa Dyana)Boris Mitic
Serbien und Montenegro 2003, 45 Min.
www.dribblingpictures.com
Dass Citroën nicht nur Autos für intellektuelle Nostalgiker hergestellt hat, sondern auch Gebrauchsautos für jedermann, ist bekannt. Weniger bekannt dürfte der Nutzwert der Dyane sein, Nachfolgerin der Ente, des Citroën 2CV. Der Dokumentarfilm zeigt, wie eine Gruppe von Roma am Rand von Belgrad diese Autos weiterverwertet indem sie diese auseinandernehmen und für ihre Zwecke umrüsten: Was dann von der Dyane ohne Karosserie und irgendwelche Verkleidungen übrig bleibt, sieht freilich genau so aus wie das, was die Männer und ihre halbwüchsigen Söhne auf den mühsam zusammengeschraubten neuen Ladeflächen transportieren: Schrott. Bei näherem Hinsehen erkannt man jedoch Radios und Zigarettenanzünder unter dem frei in die Luft ragenden Lenkrad, und die Benzinpumpe hat der stolze Besitzer aus einem Fiat entnommen. Doch soviel Energie und technisches Know-how die Männer auch für ihre mechanischen Lastesel aufwenden bei der Polizei findet das keine Anerkennung. Sie müssen jedes Mal Strafe zahlen, wenn sie auf einer Tour erwischt werden, einer von ihnen kommt sogar ins Gefängnis. Aber sie machen weiter, denn mit ihren recycelten Karren betreiben sie das Recycling-Geschäft für ihren Lebensunterhalt. Die dem Film unterlegte Musik, Popsongs mit dem Namen Diana im Titel, vermittelt etwas vom ungebrochenen Überlebenswillen dieser Familien, die wegen des Krieges in Ex-Jugoslawien ihre Heimat im Kosovo verlassen mussten. Die Roma geben sich den Filmemachern gegenüber offen und unbefangen, und so stellt sich eine Nähe her, die einen tiefen Einblick in das Denken dieser von der Gesellschaft kaum geduldeten Menschen gestattet. (Katalog goEast 2005)
An intimate look at Gypsy refugees in a Belgrade suburb who make a living by transforming Citroëns classic 2cv and Dyana cars into Mad Max-like recycling vehicles, which they use to collect cardboard, bottles and scrap metal. These modern horses are much more efficient than the cart-pushing competition, but even more important -- they also mean freedom, hope and style for their crafty owners. Even the car batteries are used as power generators in order to get some light, watch TV and recharge mobiles! Almost an alchemists dream come true! But the police doesnt always find these strange vehicles funny
Wood Car (Hout Auto)
Joost Conijn
Niederlande 2001, 31 Min.
Ein Wagen, der mit Holz als Brennstoff angetrieben wird und dessen äußere Hülle ebenfalls aus Holz besteht, erregt ohne Zweifel eine Menge an Aufmerksamkeit. Wirft der Betrachter einen Blick in den Motor- bzw. Innenraum so wird er feststellen, das eine Ikone des Automobilbaus hier modifiziert wurde: Das Holzauto ist eine umgebaute Citroën DS aus den 70iger Jahren.
Im Sommer 2001 konstruiert Joost Conijn ein Auto, das durch Holzverbrennung fährt. Dieses Verfahren basiert auf eine Entwicklung aus dem 2. Weltkrieg, bei der das Auto anstelle Benzin Holz verbrennt.
Am Ende des Sommers fährt der Künstler auf immer unwegsamer werdenden Straßen in den Osten. Um den Motor am Laufen zu halten, fährt Conijn in die osteuropäischen Wälder. Bei der Durchreise kleiner Dörfer in Rumänien, der Ukraine und Albanien, führen die Menschen ihn zu den örtlichen Sägemühlen, bieten ihm Essen und auch Holzreste an. Das Auto dient als Gesprächsstoff ohne künstlerischen Kontext und vereinfacht die spontanen Begegnungen.
Joost Conijn ist fasziniert von alternativen Lebensformen, jenseits angepasster Gesellschaftsformen. Diese Faszination ist der Ausgangspunkt seiner Arbeit. Seine nie endende Energie rührt von seiner Lust am Abenteuerdasein. Reisen ist eine natürliche Notwendigkeit für ihn. Jede Reise bringt eine Reihe von unvorhergesehenen Situationen hervor und sorgt für einen spannenden Austausch mit anderen Menschen.
Wood Car (Hout Auto) entstand aus des Künstlers Notwendigkeit zu reisen und dabei unabhängig zu sein. So lässt er zum Beispiel die ökonomische Struktur der Tankstellen hinter sich und stellt die Verwegenheit, die mit offensichtlichen kulturellen Strukturen einhergeht, in Frage.
(Jellichje Reijnders)
In the summer of 2001 Joost Conijn constructs a car that is running on wood. Based on a method dating from the second world war, the car uses wood for fuel instead of petrol. By the end of the summer the artist drives to the East, leaving cultivated roads behind.
In order to keep the motor running, Conijn heads for the forests of Eastern Europe. While crossing little villages in Romania, Ukraine, Albania, people guide him to local saw-mills and offer him food and spare wood. The car serves as an artless intermediary and accelerates unexpected encounters.
A starting-point of the work of Joost Conijn is the artist's fascination for alternative ways of life just outside the accommodated society. His unbeatable drive is feeded by his need for adventure. Travelling is to him like a natural urge. Every journey unravels an accumulation of unforeseen situations and ingenuous exchange.
Hout Auto (Wood Car) stems from the artist's desire to move and transport himself independently, parrying for instance the economy of gas stations, questioning presumptions connected with dominant cultural frameworks.
Joost Conijn made his name in 2000 with Vliegtuig (Airplane, 2000). After building an aeroplane in a big hangar at the ADM site, the artist sets off to drive to the Moroccan desert towing the plane behind his car. After many setbacks he finally makes the long awaited flight.
Auto op dak (Car on roof, 1996), C'est une hek (1997), and Vliegtuig (2000) mainly focus on the vehicle, the mechanics and the notion of moving. In Hout Auto, as well as in his recent film Siddieqa, Firdaus, Abdallah, Soelayman, Moestafa, Hawwa en Dzoel-kifl (2004), the point-of-view is gradually being directed towards people that seem to live close to the basic conditions of life. Like his working process, the imagery is simple and authentic, yet attentive and well aware. Fully imbued with his urgent drive: living intensely, giving it all.
(Jellichje Reijnders)
Joost Conijn
Niederlande 2001, 31 Min.
Ein Wagen, der mit Holz als Brennstoff angetrieben wird und dessen äußere Hülle ebenfalls aus Holz besteht, erregt ohne Zweifel eine Menge an Aufmerksamkeit. Wirft der Betrachter einen Blick in den Motor- bzw. Innenraum so wird er feststellen, das eine Ikone des Automobilbaus hier modifiziert wurde: Das Holzauto ist eine umgebaute Citroën DS aus den 70iger Jahren.
Im Sommer 2001 konstruiert Joost Conijn ein Auto, das durch Holzverbrennung fährt. Dieses Verfahren basiert auf eine Entwicklung aus dem 2. Weltkrieg, bei der das Auto anstelle Benzin Holz verbrennt.
Am Ende des Sommers fährt der Künstler auf immer unwegsamer werdenden Straßen in den Osten. Um den Motor am Laufen zu halten, fährt Conijn in die osteuropäischen Wälder. Bei der Durchreise kleiner Dörfer in Rumänien, der Ukraine und Albanien, führen die Menschen ihn zu den örtlichen Sägemühlen, bieten ihm Essen und auch Holzreste an. Das Auto dient als Gesprächsstoff ohne künstlerischen Kontext und vereinfacht die spontanen Begegnungen.
Joost Conijn ist fasziniert von alternativen Lebensformen, jenseits angepasster Gesellschaftsformen. Diese Faszination ist der Ausgangspunkt seiner Arbeit. Seine nie endende Energie rührt von seiner Lust am Abenteuerdasein. Reisen ist eine natürliche Notwendigkeit für ihn. Jede Reise bringt eine Reihe von unvorhergesehenen Situationen hervor und sorgt für einen spannenden Austausch mit anderen Menschen.
Wood Car (Hout Auto) entstand aus des Künstlers Notwendigkeit zu reisen und dabei unabhängig zu sein. So lässt er zum Beispiel die ökonomische Struktur der Tankstellen hinter sich und stellt die Verwegenheit, die mit offensichtlichen kulturellen Strukturen einhergeht, in Frage.
(Jellichje Reijnders)
In the summer of 2001 Joost Conijn constructs a car that is running on wood. Based on a method dating from the second world war, the car uses wood for fuel instead of petrol. By the end of the summer the artist drives to the East, leaving cultivated roads behind.
In order to keep the motor running, Conijn heads for the forests of Eastern Europe. While crossing little villages in Romania, Ukraine, Albania, people guide him to local saw-mills and offer him food and spare wood. The car serves as an artless intermediary and accelerates unexpected encounters.
A starting-point of the work of Joost Conijn is the artist's fascination for alternative ways of life just outside the accommodated society. His unbeatable drive is feeded by his need for adventure. Travelling is to him like a natural urge. Every journey unravels an accumulation of unforeseen situations and ingenuous exchange.
Hout Auto (Wood Car) stems from the artist's desire to move and transport himself independently, parrying for instance the economy of gas stations, questioning presumptions connected with dominant cultural frameworks.
Joost Conijn made his name in 2000 with Vliegtuig (Airplane, 2000). After building an aeroplane in a big hangar at the ADM site, the artist sets off to drive to the Moroccan desert towing the plane behind his car. After many setbacks he finally makes the long awaited flight.
Auto op dak (Car on roof, 1996), C'est une hek (1997), and Vliegtuig (2000) mainly focus on the vehicle, the mechanics and the notion of moving. In Hout Auto, as well as in his recent film Siddieqa, Firdaus, Abdallah, Soelayman, Moestafa, Hawwa en Dzoel-kifl (2004), the point-of-view is gradually being directed towards people that seem to live close to the basic conditions of life. Like his working process, the imagery is simple and authentic, yet attentive and well aware. Fully imbued with his urgent drive: living intensely, giving it all.
(Jellichje Reijnders)

