Do, 10.11. / 15:00
Building the Gherkin
In Kooperation mit dem KAZimKUBA
Kann ein einziges Gebäude nicht nur die Karriere eines Architekten, sondern auch das Image einer globalen Firma und die Skyline einer Weltstadt beeinflussen?

Der Film beginnt im November 2000, zu einem Zeitpunkt, als „30 St Mary Axe“, das Londoner Hauptquartier der Schweizer Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re, nur als Entwurf existiert. „Man kann nicht beschließen ein Wahrzeichen zu bauen“, sagt die Bauherrin Carla Picardi am ersten Drehtag, „genauso wie man nicht beschließen kann schlagartig berühmt zu werden. Es passiert einfach.“ Doch genau darauf wartend, beobachtet der Film fünf Jahre Planung und Bau des einzigen Wolkenkratzers, der in den letzten 30 Jahren eine Baugenehmigung der Stadt London erhielt. Und es lohnt sich: Entstanden ist eine Langzeitbeobachtung, die die Schwierigkeiten und Kontroversen bis zur Fertigstellung des neuesten Londoner Architektur-Highlights spannend darlegt.
Kurz nach dem Anschlag aufs New Yorker World Trade Center wird der erste Stahlträger des neuen Wolkenkratzers in Position gehievt. Die Frage ist unvermeidlich: Ist es richtig, einen so Aufsehen erregenden Turm mitten im Londoner Finanzviertel zu bauen, dort wo 1996 die alte Londoner Börse - vermutlich von der IRA - in die Luft gesprengt wurde?
Norman Foster, einer der visionärsten zeitgenössischen Architekten, nennt sein Design „radikal – in sozialer, technischer, architektonischer und räumlicher Hinsicht“. Größe und Form des neuen Turmes sind in der Tat so radikal, dass das Gebäude in den Medien von Beginn weg als „erotische Gurke“ bezeichnet wird.
Die Bauherrin, Swiss Re, wünscht einen repräsentativen Firmensitz, die Stadt ein Symbol für Europas Finanzplatz Nummer 1, und Norman Foster will sich beweisen.
Building the Gherkin lässt den Zuschauer mitfiebern: Wird die Gurke am Ende zu dem Wahrzeichen, von dem sie alle träumen?

Building the Gherkin
Schweiz 2000–2005
Regie/ Buch: Mirjam von Arx
Kamera: Fred Rotkopf
Schnitt: Janet Taylor
Musik/ Ton: Diego Baldenweg
Farbe / 89 Min.
www.buildingthegherkin.com

The film lets viewers get thoroughly involved: Can a single building impact not only the career of an architect but also the image of a global company and even the skyline of a world capital? And: Will the Gherkin become the landmark which everyone dreams of?

KAZimKUBA:
Das Kasseler Architekturzentrum im KulturBahnhof wurde 1998 ins Leben gerufen. Ziel ist es, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen, um den Stellenwert von Architektur und Städtebau mehr und mehr in das öffentliche Bewusstsein zu transferieren.