So, 13.11. / 14:00
Kurze Dokumentationen über Kunst und Künstler II
Anlässlich der Ausstellung 50 Jahre / Years documenta 1955 2005 wurde das Filmprogramm der documenta 1 rekonstruiert, mit dem Ziel das damals gezeigte Programm möglichst komplett wieder auf die Kinoleinwand zu bringen. Um den festlichen Rahmen der Jubiläumsausstellung zu betonen, werden alle Stummfilme mit Livemusik zur Aufführung kommen. Bei allen anderen Veranstaltungen werden Referent/innen in die Programme einführen und die Bedeutung der jeweiligen Filme für die damalige Zeit heraus zu arbeiten.
Ausführliche Informationen: www.fridericianum-kassel.de oder www.balikinos.de
Der erste Teil dieses Programms wird am 6. November 2005, 12:00 Uhr in den Bali Kinos gezeigt.
Einführung in das Programm: Günter Minas
Mit zwei Kurzfilmprogrammen wird eine Filmgattung in Erinnerung gerufen, die bis in die 1960er Jahre ihren festen Platz in der Dramaturgie des Kinoabends hatte: der Kulturfilm, jenes ästhetisch-moralisch ambitionierte Bildungsmedium, das der vermeintlich seichten Unterhaltung durch den Hauptfilm ein Erlebnis mit Erziehungs- und Erbauungsanspruch voranstellen sollte.
Kunst und Künstler waren immer schon ein Lieblingssujet dieses Genres gewesen. Nach 12 Jahren gewaltsamer Abkehr von der internationalen Kunstentwicklung wurde der Umerziehung durch das Massenmedium Film Anfang der 1950er Jahre wieder besondere Bedeutung zugemessen.
Vor allem das französische Filmbüro als Teil einer breit angelegten kulturellen Offensive des siegreichen Nachbarlands betrieb im Nachkriegsdeutschland intensive und verdienstvolle Bildungs- und Aufklärungsarbeit durch den Einsatz von kulturell anspruchsvollen Filmen aus französischer Produktion.
Die drei hier gezeigten Dokumentationen über die Maler Braque und Matisse sowie den Dichter und Zeichner Arthur Rimbaud stehen außerdem für den in diesen Jahren typischen Ansatz, mit filmischen Mitteln die seit Beginn der Moderne zunehmende Hermetik der bildenden Kunst aufzubrechen. Sie werden ergänzt durch einen belgischen Film von Paul Haesaerts, einem der produktivsten Regisseure auf dem Gebiet der Kunstdokumentation. (Günter Minas)
Van Renoir tot Picasso / De Renoir a Picasso
(Vom Impressionismus zur abstrakten Malerei)
Paul Haesaerts, Belgien 1950, 31 Min.
dt. Fassung
Der Film folgt der Entstehung moderner Kunst im späten Neunzehnten und frühen Zwanzigsten Jahrhundert. Zur Verdeutlichung der Arbeitsmethoden mehrerer französischer Künstler kommen Diagramme, Splitscreens und Animationen zum Einsatz. Drei Künstler stehen repräsentativ für drei große Richtungen dieser Ära: Pierre Auguste Renoir (Impressionismus), Georges Seurat (Pointilismus) und Pablo Picasso (Kubismus).
(Vom Impressionismus zur abstrakten Malerei)
Paul Haesaerts, Belgien 1950, 31 Min.
dt. Fassung
Der Film folgt der Entstehung moderner Kunst im späten Neunzehnten und frühen Zwanzigsten Jahrhundert. Zur Verdeutlichung der Arbeitsmethoden mehrerer französischer Künstler kommen Diagramme, Splitscreens und Animationen zum Einsatz. Drei Künstler stehen repräsentativ für drei große Richtungen dieser Ära: Pierre Auguste Renoir (Impressionismus), Georges Seurat (Pointilismus) und Pablo Picasso (Kubismus).
Georges Braque (Braque, die Welt des großen kubistischen Malers)
André Bureau
Frankreich 1950, 24 Min.
dt. Fassung
Der Film stellt ein einzigartiges Portrait des französischen Malers George Braque (1882-1963) dar. Der satirische Anfang zeigt Braques Bedauern über die gewöhnlichen, unattraktiven Gegenstände der modernen Kunst, um ihn dann auf einem Spaziergang am Meeresufer auf der Suche nach eben diesen Objekten zu zeigen. Durch die offenbarende Kameraführung und die Selbstkritik des Künstlers erscheint dieser als Denker und Meister seines Handwerks, der die verschiedensten Materialen beherrscht. Besonders interessant ist die Einstellung, in der der Künstler auf ein Stück Glas zeichnet, das zwischen ihm und der Kamera platziert ist. Der Zuschauer kann so seinen ganz persönlichen Malstil miterleben.
André Bureau
Frankreich 1950, 24 Min.
dt. Fassung
Der Film stellt ein einzigartiges Portrait des französischen Malers George Braque (1882-1963) dar. Der satirische Anfang zeigt Braques Bedauern über die gewöhnlichen, unattraktiven Gegenstände der modernen Kunst, um ihn dann auf einem Spaziergang am Meeresufer auf der Suche nach eben diesen Objekten zu zeigen. Durch die offenbarende Kameraführung und die Selbstkritik des Künstlers erscheint dieser als Denker und Meister seines Handwerks, der die verschiedensten Materialen beherrscht. Besonders interessant ist die Einstellung, in der der Künstler auf ein Stück Glas zeichnet, das zwischen ihm und der Kamera platziert ist. Der Zuschauer kann so seinen ganz persönlichen Malstil miterleben.
Matisse
François Campaux, André Leville
Frankreich 1946, 26 Min.
dt. Fassung
Das Portrait des französischen Künstlers Henri Matisse (1869-1954) zeigt ihn beim Zeichnen seines Enkels, bei dem Aufhängen von Kunstwerken im Salon d'Automne, beim Zeichnen nach Modell sowie in seinem Landhaus bei Vence. Seine frühen Arbeiten aber auch sein Streben nach Vereinfachung werden hier sichtbar. Durch den Einsatz der Zeitlupe wird dem Betrachter gleichfalls ein seltener Blick auf die Pinselführung des Künstlers gewährt. Die Entstehung seiner Kunstwerke wird außerdem durch Überblendung von verschiedenen Schaffensphasen visualisiert. So sind die Entwicklungsstationen von La blouse paysanne" und von Komposition mit Magnolien zu sehen. Der Film wird vom Kommentar des Kunsthistoriker Jean Cassou begleitet.
François Campaux, André Leville
Frankreich 1946, 26 Min.
dt. Fassung
Das Portrait des französischen Künstlers Henri Matisse (1869-1954) zeigt ihn beim Zeichnen seines Enkels, bei dem Aufhängen von Kunstwerken im Salon d'Automne, beim Zeichnen nach Modell sowie in seinem Landhaus bei Vence. Seine frühen Arbeiten aber auch sein Streben nach Vereinfachung werden hier sichtbar. Durch den Einsatz der Zeitlupe wird dem Betrachter gleichfalls ein seltener Blick auf die Pinselführung des Künstlers gewährt. Die Entstehung seiner Kunstwerke wird außerdem durch Überblendung von verschiedenen Schaffensphasen visualisiert. So sind die Entwicklungsstationen von La blouse paysanne" und von Komposition mit Magnolien zu sehen. Der Film wird vom Kommentar des Kunsthistoriker Jean Cassou begleitet.
Rimbaud: Le bateau ivre
(Das trunkene Schiff)
Alfred Chaumel, Frankreich 1951, 21 Min.
Der Film zeigt ein Portrait des Künstlers Arthur Rimbaud (1854-1891), basierend auf seinen Zeichnungen und dem Vortrag des Gedichts Le Bateau lvre durch den berühmten französischen Schauspieler Jean-Louis Barrault.
(Mit freundlicher Unterstützung der Bonner Kinemathek e.V., Bernhard Gugsch)
(Das trunkene Schiff)
Alfred Chaumel, Frankreich 1951, 21 Min.
Der Film zeigt ein Portrait des Künstlers Arthur Rimbaud (1854-1891), basierend auf seinen Zeichnungen und dem Vortrag des Gedichts Le Bateau lvre durch den berühmten französischen Schauspieler Jean-Louis Barrault.
(Mit freundlicher Unterstützung der Bonner Kinemathek e.V., Bernhard Gugsch)

