So, 13.11. / 15:00
Magia Russica
Animationsfilmer müssen Magier sein, zumindest in den Zeiten vor Pixar & Co. Da gab es fahrbare Kulissen für den 3D-Effekt, Augenmasken für den richtigen Gesichtsausdruck und eine Belichtungstechnik, die Bleistiftstriche in Regen verwandeln konnte.
„Soyuzmultfilm“ war einst Europas zweitgrößtes Studio für Zeichentrickfilme. 1936 wurde es von Fyodor Chytruk nach dem Vorbild der Walt-Disney-Studios gegründet. In MAGIA RUSSICA lüften er und seine Mitarbeiter die Geheimnisse ihrer Animationen. Sie erzählen, wie von der Zensur unbemerkt anspruchsvolle Animationsfilme entstanden, spekulieren über Systemabweichler und philosophieren über die Dialektik des Lachens.
Zahlreiche, wundervolle Filmausschnitte lassen die Figuren aus sozialistischer Zeit auferstehen Das sprechende Äffchen, sein Freund Gena und das pfeiferauchende Krokodil, die versuchen, in eine Brigade aufgenommen zu werden. Wolf und Hase, die sich nach bester Tom-und-Jerry-Manier das Leben schwer machen. Und die melancholisch-entrückten Figuren für Erwachsene, die unter den Straßenlaternen Moskaus Walzer tanzen.
Der Film gibt einen einzigartigen Einblick in den Prozess künstlerischer Kreativität. Die zum Teil sehr alten Pioniere des russischen Animationsfilms teilen uns ihre Ideen über Kunst, Kino, Geschichte und die Restriktionen der neuen kapitalistischen Ordnung mit.

Magia Russica
Israel/Russland 2004
Regie/Buch: Yonathan Zur, Masha Zur
Kamera: Yonathan Zur, Anton Michalev
Schnitt: Yonathan Zur
Ton: Aric Deri
Farbe / 96 Min.
Russisch mit englischen Untertiteln

The film tells the story of the largest and most important studio for animation in Moscow and
gives a rare insight into the process of creating magic. Animated films were considered a children’s art form and passed relatively easily through the strict censorship of the former Soviet Union. The films reflected not only the difficult though humour-filled Soviet experience, but also rich cultural heritage of Russia, with Pushkin as its spiritual father.