Do, 10.11 / 17:15
Männer, Helden und schwule Nazis
Für viele Rechtsradikale sind deutsche Gesinnung und Schwulsein kein Widerspruch. Neonazi Michael Kühnen meinte sogar, dass schwule Männer die besseren Kämpfer seien. Ex-Neonazi Bernd Ewald Althans saß wegen Leugnung des Holocausts im Knast und organisiert heute Schwulen-Partys in Berlin. André ist Skinhead, schwul und wird von den rechten Glatzen toleriert. Der Film porträtiert schwule Männer, die offen rechts sind, Aussteiger, die von ihrer Faszination für Uniformen und Männerrituale erzählen, und erinnert an SA-Führer Ernst Röhm und andere schwule Nazi-Größen, denen ihre Homosexualität zum Verhängnis wurde.
„Für manche Zuschauer wird es schockierend sein, dass ich in meinem Film selbst nicht Stellung nehme, dass ich schwule Neonazis nicht als Monster darstelle, sondern als Menschen, die einen großen Widerspruch leben. Prof. Rüdiger Lautmann beantwortet in meinem Film diesen Widerspruch am schlüssigsten: 'Schwule wurden immer verfolgt, in allen Parteien, allen Religionen und Gesellschaften. Deshalb ist es kein Grund für Schwule, sich nicht rechten Gruppierungen anzuschließen, denn die Angst, entdeckt und bestraft zu werden, war und ist fast überall gleich.’“ (Rosa von Praunheim)

Männer, Helden und schwule Nazis
(Men, heroes and gay nazis)
Deutschland 2004
Regie/Buch: Rosa von Praunheim
Kamera: Lorenz Haarmann
Schnitt: Stefan Kobe
Ton: Jens Pätzold
Farbe / 90 Min.
Deutsche Fassung

For many rightist extremists, there is no contradiction between being gay and being a German nationalist. The film offers a portrait of gay men who are openly rightist, non-conformists who tell about their fascination with uniforms and male rituals; the film also looks back at the SA leader Ernst Röhm and other prominent gay Nazis, who encountered difficulties owing to their homosexuality.