So, 13.11. / 11:00
Opernfieber
Claudio Monteverdi schuf 1607 mit „L´Orfeo“ die erste Oper überhaupt, und dies war auch der Beginn einer einzigartigen leidenschaftlichen Beziehung des italienischen Volkes mit dieser Kunstgattung, die für jedermann Raum für Illusionen bereitzuhalten scheint. In der Nach-Verdi-Ära ist viel vom einstigen Ruhm verblasst, aber die wahren Fans lassen sich nicht beirren. Giancarlo beispielsweise, 58, ist „Claqueur“ in der überwältigenden Arena di Verona. Für einen Teller Spaghetti, aber eben auch mehr, ist er bereit, einen Star zu unterstützen, Bravo zu rufen und im richtigen Moment zu klatschen.
Claqueure erwecken den Unmut der „Loggionisti“, die sich als die wahren Fans betrachten, da sie keinerlei finanzielle Interessen verfolgen, wohl aber jeden Abend im dritten Rang stehen und mit ihren Lieblingen mitfiebern. Wenn dann der Opernclub Parma parallel über die gestrige Aufführung von „La Traviata“ und das letzte Spiel des „AC Parma“ redet, wird klar: Wir befinden uns tief in der italienischen Seele! Was sonst bringt andernorts 27 gestandene reife Männer dazu, sich die Namen der 27 Verdi Opern zu geben -und sich auch so anzureden?
Regisseurin Katharina Rupp begibt sich auf eine musikalische Entdeckungsreise zu den größten Opernhäusern Italiens und zeigt vor und hinter den Kulissen Macher, Akteure, Altstars, Liebhaber, Vergessene und Kleinkriminelle, die gegen alle Rivalitäten und Widerstände aber eins verbindet:
Die große Liebe zur Oper.

Opernfieber
Deutschland/Schweiz 2005
Regie/Buch: Katharina Rupp
Kamera: Vita Spieß
Schnitt: Barbara Toennishen
Farbe / 70 Min.
Deutsch/italienisch mit deutschen Untertiteln

This film goes on a musical journey of discovery to the largest opera houses of Italy and shows the go-getters, actors, aging stars, fans, petty criminals and forgotten personages, who despite all their rivalries and oppositions nonetheless share a great love – for the opera.

Barbarossafilm/Sehstern