Do, 10.11. / 20:00
Auf dem Selbsterfahrungs-Trip / On a Self-Awareness Trip
Manchmal genügt bereits eine Ortsveränderung für eine Auszeit aus dem Alltag des Ichs. Gierig saugt man neue Eindrücke auf und manövriert gleichzeitig verunsichert durch unbekanntes Terrain. Auf sich gestellt konzentriert man sich auf das Eigene und das Eigentliche. Man hat Zeit zum Nachdenken und Zeit zum Erinnern. Die Reise wird zur Positionsbestimmung für das Selbst.
Sometimes a change in place provides a sufficient time-out from the everyday routines of the ego. One takes in new impressions eagerly and at the same time manoeuvres with uncertainty through unfamiliar terrain. Relying on oneself, one concentrates on what is really one’s own and what really matters. One has time to think and time to remember. The journey becomes a way of locating the self.



Suki
Miriam Glaser
Deutschland 2005, 15:20 Min.
Weltpremiere

NOMINIERUNG: WERKLEITZ-STIPENDIUM

Suki ist deutsch-koreanischer Abstammung, jedoch kennt sie die Heimat ihrer Mutter nur von der Landkarte. Ihr bisheriges Leben stellt sich auf den Kopf, als sie hört, dass sie die letzte wahre Nachfahrin des koreanischen Königsgeschlechts ist. Eine Woche vor der geplanten Hochzeit reist die 20 Jährige heimlich nach Korea, um mehr über ihr zukünftiges Königreich erfahren.


Nach dem Fall…
Marcel Wyss
Schweiz 2005, 28:30 Min.
Deutsche Premiere
www.mw-worx.ch

NOMINIERUNG: GOLDENER SCHLÜSSEL

Der Film erzählt in erster Linie von einer Beziehung zwischen zwei Brüdern, in der das vor einigen Jahren verloren gegangene Vertrauen vom jüngeren Bruder und Filmemacher erneuert werden will. Er wird versuchen, während der Reise nach Spanien und über das Erzählen der brüderlichen Geschichte ein neues Kapitel in der Beziehung aufzuschlagen. Nach dem vollzogenen Rollentausch zwischen dem älteren und dem jüngeren Bruder – vom Helfenden zum Hilfeempfänger und umgekehrt – soll ein neues Gleichgewicht entstehen. Nebst dem Hauptthema, in welchem die Hoffnung auf Ebenbürtigkeit im Vordergrund steht, werden im Subthema die Schwierigkeiten und Absonderlichkeiten einer schweren Drogensucht für das familiäre Umfeld angesprochen.


Détour par Calcutta
François Rossier
Schweiz 2004, 50 Min.
Deutsche Premiere
www.belle-journee.com

Eines Tages trifft der Filmemacher einen Freund des Bürgermeisters von Kalkutta, der ihn fragt :
„Warum machst du nicht einen Film über unseren Bürgermeister?“ So entstand dieser Film, der eigentlich als einfaches Portrait geplant war. Doch durch verschiedenste Schwierigkeiten – die Bürokratie, die vorgefertigte Meinung des Filmemachers, die Hitze – wurde der Film nach und nach zu einem Essay über das Herumbasteln, das Chaos und eine Reflexion über den Dokumentarfilm. In seinem filmischen Tagebuch versucht der Regisseur nichts zu verbergen. Im Gegenteil: Er lenkt die Aufmerksamkeit auch auf das, was jenseits des gefilmten Bildes liegt. Der Film wird zur Suche nach einem neuen Thema, denn nach dem ersten Drittel kommt ihm unglücklicherweise sein Protagonist abhanden. Die Reise führt uns in eine Metropole mit 17 Millionen Einwohnern, durch die sich ein kleiner Schweizer Regisseur, durch Zufälle gelenkt, treiben lässt.

One day, the director meets a friend of the Mayor of Calcutta who asks him:
- You’re a film maker, aren’t you? Why don’t you make a film about our Mayor?!
That is how the film was born. Originally planned as a simple portrait of Calcutta’s Mayor, it gradually becomes – through various difficulties met on location (bureaucracy, the director’s preconceived ideas, heat) – an essay on tinkering about, and chaos, and a reflection on the documentary genre. In this shooting diary the director speaks in first person voice over, without trying to hide what’s off-camera. On the contrary: that’s where he points his lens, looking for a good subject, because his main character – the mayor – disappears after the first third of the shoot. We are taken through an Indian sub-continent metropolis of 17 million inhabitants, led by astonishing chances which the director – a little Swiss – reorganizes in his own style, so that his beautiful escape becomes ours too.