Do, 10.11. / 13:15
Im Transit / In Transit
In einem Raum zwischen hier und da, nicht wirklich auf einer Reise und auch nirgendwo angekommen. Ein Schicksal, das jeden Flüchtling während seiner Odyssee zwischen Staaten, Zuständigkeiten und Gesetzen treffen kann. Angst, Macht- und Bewegungslosigkeit vereinen sich im Moment des Wartens.In a space between here and there, not really on a journey and not having arrived anywhere. A fate that may overtake any refugee in his odyssey between states, authorities and legal systems. Fear, powerlessness and immobility come together in a moment of waiting.
BorderLaura Waddington
Frankreich 2004, 27 Min.
NOMINIERUNG: WERKLEITZ-STIPENDIUM
Wie Phantombilder erscheinen irakische und afghanische Flüchtlinge, die versuchen, aus dem französischen Lager Sangatte durch den Eurotunnel nach England zu gelangen.
Unsicher bewegen sie sich auf einer verborgenen Immigrationsroute innerhalb Europas, jede Nacht, im Schatten des Scheinwerferlichts ein neuer Versuch.
In vagen Bildern, die zum Teil verlangsamt, manchmal unscharf und meistens grobkörnig erscheinen, stößt die Filmemacherin bewusst an die Grenzen des Fotografischen und des Dokumentarischen, und wirft die Frage nach der vermeintlich objektiven Abbildbarkeit einer Wirklichkeit auf.
In 2002, Laura Waddington spent months in the fields around Sangatte Red Cross camp, France with Afghan and Iraqi refugees, who were trying to cross the channel tunnel to England. Filmed at night with a small video camera, the figures lit only by the distant car headlights on the motorways, BORDER is a personal account of the refugees' plight and the police violence that followed the camp's closure.
ForstAscan Breuer, Ursula Hansbauer, Wolfgang Konrad
Österreich / Deutschland 2005, 50 Min.
Deutsche Premiere
FORST ist ein Portrait. Der Dokumentarfilm erzählt von einem Wald, der inmitten Europas jenseits von Urbanität und Zivilisation eine eigenartige Gemeinschaft von Verbannten beherbergt eine gestrandete Welt. Eine diffuse aber doch totale Kontrolle sorgt sich darum, dass sie nicht hervordrängt, dass sie nicht in unserer Wirklichkeit auftaucht und dort ihr Unwesen treibt. In FORST verkünden die Verbannten ihre eigene Wahrheit und erzählen die Geschichte ihrer Ermächtigung. Denn langsam entsinnen sie sich ihrer Identität als politische Flüchtlinge und beginnen Befreiungspläne zu schmieden.
Forst verstört und lässt tausend Fragen offen: uneinsichtig-zwielichtig, mythisch-monolithisch, verklärend, anti-aufklärerisch. Forst will scheinbar nicht verhandeln, noch will er Dialog, ist weder reflexiv noch kritisch gegenüber seiner eigenen Botschaft und Position... Nach Anhaltspunkten für Authentizität sucht der Zuschauer vergebens. Stattdessen lässt ihn der Film allein zurück in einem unangenehmen Gefühl der Ohnmacht und des drängenden Widerspruchs... Etwas fordert zum Zweifeln heraus einerseits an der monumentalen Wahrheit dieses Films, aber darüber hinaus an jener des Zuschauers. Im schlechtesten Falle zwingt es den Betrachter in eine entrüstete Abwehrstellung, im besten lädt es zum produktiven Selbstzweifel ein...
Forst ist ein Un-Dokumentarfilm und in diesem Sinne utopisch: Er dokumentiert einen Kampf an einer verhärteten Front, den Kampf um die Wirklichkeit. Der Blick der Erzähler steht jenem der Zuschauer provozierend, anmaßend und angriffslustig gegenüber... (Amon Brandt)
FORST is a portrayal. The documentary tells about a forest in the middle of Europe far from the urban world and from civilisation, which is home to a peculiar community of the banished. It is a world for the stranded. A diffuse system that still has total control makes sure that this world doesnt show itself, that it doesnt pop up in our reality and becomes a disturbance. In FORST the banished proclaim their own truth and tell the story of their empowerment. They slowly recall their identity as political refugees and start to make plans for their escape

