Do, 10.11. / 15:00
Was Lebst Du?

Beeindruckt war die Filmemacherin von der Direktheit der jugendlichen Migranten, ihrer Widersprüchlichkeit, bei der Machogehabe und Selbstinszenierung neben Sensibilität und Selbstzweifeln stehen. Um sich in das Leben und Denken der vier, die aus so unterschiedlichen Ländern wie Marokko, Tunesien, Türkei oder Albanien kommen, einzufühlen, musste sie ihre eigene Haltung immer wieder auf den Prüfstand stellen. Doch nicht nur die Filmemacherin taucht immer tiefer in die Welt der Jungen ein, auch diese nehmen lebhaften Anteil an ihrer Schwangerschaft während der Dreharbeiten. In der langen gemeinsamen Zeit öffnen sich die Protagonisten und lassen einen immer tieferen Einblick zu. Und je mehr man sich als Zuschauer auf die Jugendlichen einlässt, zeigt sich hinter der Fassade der Jungmachos auch die Fähigkeit zu Selbstironie und Einfühlungsvermögen, die sie einem so sympathisch machen. Der Debütfilm fängt die Spannungsfelder auf unprätentiöse Art ein und trifft dabei mitten ins Herz einer Zeit, in der Begriffe wie Parallelgesellschaft und Jugendarbeitslosigkeit die Schlagzeilen beherrschen.
Begegnung mit einer Gruppe von Jugendlichen, die stellvertretend für Hunderttausende in Deutschland stehen, unser Alltagsbild prägen und doch normaler Weise nur am Rande wahrgenommen werden.
Was Lebst Du?
Deutschland 2004
Regie/Buch/Kamera/Ton: Bettina Braun
Schnitt: Gesa Marten, Bettina Braun
Farbe / 84 Min.
Deutsch mit englischen Untertiteln
Young foreigners in Cologne: Over a period of two years, the director Bettina Braun accompanies Ali, Kais, Ertan and Alban as they go about their daily business. She records the hopes, disappointments and successes of her protagonists, who stand at the turning point between school and professional life.

