Fr, 11.11. / 22:00
Workingman’s Death
Um die Gegenwart und Vergangenheit der körperlichen Schwerstarbeit geht es in dem neuen Film von Michael Glawogger. Verschwindet sie, oder wird sie nur unsichtbar? Wo ist sie im 21. Jahrhundert noch zu finden? WORKINGMAN’S DEATH folgt in sechs Kapiteln den Spuren von Helden in die illegalen Minen der Ukraine. Dort wo 1935 Stachanov, ein Held der Arbeit, seine Rekorde setzte, arbeiten heute Tatjana, Valodja und Vassili illegal in einer selbst gegrabenen Mine in Krasni Lutsch in der Ukraine. Sie bauen Kohle für den Eigenbedarf ab und leben von der vagen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Der Film spürt Geister unter den Schwefelarbeitern in Indonesien auf. Pak Agus trägt seit dreißig Jahren Körbe voller Schwefel vom Krater des Kawa Ijen in Ostjava, Indonesien, ins Tal. Er arbeitet mit seinen Kollegen in einem Vulkan, der ein Ausflugsziel für in- und ausländische Touristen ist. Sie werden bestaunt, befragt, bewundert und fotografiert.
Er begegnet Löwen in einem Schlachthof in Nigeria. Tochuku verdient sein Geld in einem Schlachthaus in Port Harcourt, Nigeria. Das Fleisch zuckt lange am hölzernen Markttisch, bevor das Tier sein Leben gänzlich aushaucht.
Er bewegt sich unter Brüdern, die mit mehr oder weniger bloßen Händen ein riesiges Tankschiff in Pakistan zerschneiden, den Schrott vom Rest der Welt. Und er hofft mit chinesischen Stahlarbeitern in einem Stahlkombinat auf eine glorreiche Zukunft.
Die Zukunft ist aber mittlerweile in Deutschland angekommen, wo eine ehemals wichtige Hochofenanlage in einen Freizeitpark verwandelt wurde. Die Anlagen sind immer noch so riesig wie damals, nur gibt es kaum noch Arbeiter. Das ehemalige Hüttenwerk Duisburg-Meiderich in Deutschland ist heute ein Freizeitpark. Jeden Abend erstrahlt der ehemalige Industriekomplex in rosa, grünem und blauem Licht – ein Mega-Multi-Maxi-Park.

Workingman’s Death
Österreich 2002–2005
Buch/Regie: Michael Glawogger
Kamera: Wolfgang Thaler
Schnitt: Monika Willi, Ilse Buchelt
Ton: Paul Oberle, Ekkehart Baunung
Musik: John Zorn
Farbe & s/w / 122 Min.
Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Michael Glawogger’s new film deals with the present and the past of the heaviest types of physical labour. Has it disappeared or simply become invisible? Where can it still be found in the 21st century? In six different sections, WORKINGMAN’S DEATH follows the tracks of heroes in the illegal mines of the Ukraine, searches out the souls working with sulphur in Indonesia, encounters lions in a slaughter house in Nigeria, spends times with brothers who are cutting up a huge tanker in Pakistan and shares the hopes of Chinese steel workers dreaming of a glorious future.