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Wann wird es endlich wieder so, wie es nie warZum Bundesstart am 23.02.

Land (Jahr)

Deutschland (2022)

Regie

Sonja Heiss

mit

Laura Tonke, Devid Striesow u.a

Laufzeit

116 Minuten

FSK

12

Die Regisseurin von „Hedi Schneider steckt fest“ verfilmt den autobiografischen Roman „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ des Schauspielers und Autors Joachim Meyerhoff, der 2013 erschienen ist. Irrsinnig komisch und tief berührend erzählt der Film von einer außergewöhnlicher Kindheit in der alten BRD. Der siebenjährige Joachim lebt mit seiner Familie in einer Villa auf dem Gelände einer Kinderund Jugendpsychiatrie. Joachims Vater ist der Direktor der Klinik. Unter den Patienten fühlen sich Joachim und sein Vater am wohlsten. Die Patienten sind ihre Freunde. Auf die Gesellschaft der „anderen“, der „Normalen“, können sie verzichten. Joachims Mutter geht es aber anders. Sie sehnt sich in ein mondäneres Umfeld und trauert ihren Jugendabenteuern in Italien nach. Erst nach und nach erkennt Joachim, dass seine Familienidylle ein fragiles Konstrukt ist. Der Film folgt dem Protagonisten Joachim im Alter von sieben, 16 und schließlich 25 Jahren.

„Der Titel des Romans klingt auf den ersten Blick vielleicht komisch, beschreibt aber präzise ein Unternehmen, in dem die Vergangenheit ein viel ungesicherterer, weniger verbürgter Ort ist als die Zukunft, ein Ort, der durchdrungen und gestaltet werden muss, damit überhaupt so etwas wie eine ,offene Zukunft’ entstehen kann. Es geht dem Schriftsteller, Schauspieler und Vortragskünstler darum, die scheinbare Verlässlichkeit der Vergangenheit aufzugeben, die Erinnerungspäckchen wieder aufzuschnüren, das Vergangene zu gestalten und zu feiern, die Toten als Andere wieder lebendig werden zu lassen. Die Poetologie, die Meyerhoff am Ende des Buchs formuliert, leuchtet unmittelbar ein. Das Vergangene ist nicht vergangen, die Toten sind nicht für sich, getrennt von uns, sie sind der Stoff, aus dem das Ich besteht, aus dem das Ich sich formt. Die Toten sind gegenwärtig“ (Detlef Kuhlbordt aus seiner in der taz erschienen Rezension des Romans).